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Die "junge Welt" als Sprachrohr der antisemitischen Hamas und Hisbollah

Zur Hamas: In den letzten Jahren hat sich die „junge Welt“ wiederholt zum Sprachrohr der antisemitischen Hamas gemacht. Die „junge Welt“ trägt damit maßgeblich dazu bei, unter dem Vorwand angeblicher Palästina-Solidarität zutiefst reaktionäre und antisemitische Positionen unter den sich als links verstehenden Kräften in Deutschland salonfähig zu machen.

Nach dem Wahlsieg der Hamas brachte die „junge Welt“ ein Interview mit dem Hamas-Führer Muhammed Abu Tir, „Platz zwei auf der Kandidatenliste der Hamas“ (jW 3.4.2006). In einem weiteren Artikel nach der Wahl verkündete die „junge Welt“, dass die Hamas angeblich friedliche Absichten verfolge und angeblich Israel einen „Friedensschluss“ anstrebe. „Dies bekräftigte der politische Chef der Hamas der im syrischen Exil lebende Chaled Meschaal, gegenüber jW.“ (jW 16.12.2006). Am 9.1.2009 schließlich druckte die jW den Artikel „Wir werden nicht sterben“ des Leiters des Politischen Büros der Hamas, Meschaal, nach. Darin und damit wird die Kriegführung der Hamas gerechtfertigt und propagiert: „Unsere selbstgebauten Raketen sind unser Protestschrei gegenüber der Welt.“

Worum es der Hamas wirklich geht, zeigt die „Charta“ der Hamas unzweideutig: Antisemitismus ist ihre Grundlage. Die antisemitische Lüge von der angeblich angestrebten „zionistischen Weltherrschaft“ wird ganz offen in der Charta der Hamas, Artikel 32, propagiert – und dies mit direktem Verweis auf die „Protokolle der Weisen von Zion“: „Das zionistische Vorhaben ist grenzenlos, und nach Palästina streben sie nach der Expansion vom Nil bis zum Euphrat. Wenn sie das Gebiet verschlungen haben, zu dem sie vorgedrungen sind, trachten sie nach einer weiteren Expansion und so fort. Ihr Vorhaben steht in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘. Und ihr gegenwärtiges Tun ist der beste Beweis für das, was wir sagen.“(1)

An einer Stelle in der Charta, in Artikel 7, wird relativ offen ausgesprochen, wie die Hamas gegen den „Zionismus“ kämpfen will. Dort wird gesagt, dass die „islamische Widerstandsbewegung“ danach strebe, „das Versprechen Gottes zu verwirklichen solange es auch dauern möge.“ Da-nach heißt es dann: „Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt ...“(2)

Es geht also hier eindeutig nicht um den Kampf gegen das reaktionäre israelische Regime, sondern um den Kampf gegen die Juden, um die Tötung der Juden. Die antisemitische Propaganda der Hamas wird vor allem auch über ihren Fernsehsender Al-Aqsa verbreitet. Seine Grundlage ist der Antisemitismus, der eleminatorische Antisemitismus. Ganz besonders widerlich ist dabei die antisemitische Indoktrination schon der kleinsten Kinder. Ein Beispiel: In einem Kinderprogramm verbreitet eine Micky Mouse-Figur im April 2007 antisemitische Hetze. Sie „lehrt“ den Kindern, die Juden zu hassen. Auf deren Frage an ein Kind, wie es denn der Al-Aqsa-Moschee helfen wolle, antwortet das Kind im Studio: „Wir werden die Juden ausrotten.“ Dieser antisemitische Mord-Aufruf wird wohlwollend von der Micky Mouse-Figur aufgenommen und kritik- und kommentarlos über den Sender verbreitet.(1)

Auch die Lüge von der angeblich angestrebten „zionistischen Weltherrschaft“ wird über diesen Sender von führenden Hamas-Vertretern propagiert. Ein Beispiel: Am 14.5.2008 kommt Saleh Riqab, der stellvertretende Hamas-Minister für religiöse Stiftung, zu Wort: „Das Ziel der zionistischen Bewegung ist es, einen Staat in Palästina zu errichten, der ihnen als Ausgangspunkt dient, die ganze Welt zu beherrschen.“ Weiter propagiert er das von antisemitischen Fälschern fabrizierte Machwerk „Die Protokolle der Weisen von Zion“ und stellt sie als echt hin: „Die Protokolle der Weisen von Zion, die ein Produkt des Basler Kongresses von 1887 sind (gemeint ist der damalige zionistische Kongress, A. d. V.), diskutieren wie die Juden die Weltherrschaft ergreifen sollten.“(2)

Zur Hisbollah: Am 17. November 2008 brachte die „junge Welt“ – nicht zum ersten mal, siehe jW 9.11.2007 – ein Interview von Karin Leukefeld mit Nawaf Al-Moussawi, dem stellvertretenden Generalsekretär und Mitglied des Politbüros der Hisbollah im Libanon. Darin leugnet dieser, von der jW-Interviewerin unwidersprochen, das Existenzrecht Israels: „Warum also sollten sie das Recht haben, einen Staat auf arabischem, auf palästinensischem Boden zu bilden?!“ (jW 17.11.2008) Dass die Hisbollah nicht minder antisemitisch ist wie die Hamas, erfahren die Leserinnen und Leser natürlich nicht.

Die im Libanon agierende Hisbollah ist aufs engste mit dem konterrevolutionären Regime im Iran verbunden. Dass gerade auch der Antisemitismus eines Khomeini Kernpunkt der Hisbollah-Positionen ist, zeigt nicht zuletzt auch ein Blick auf ihren Fernsehsender Al-Manar. Al-Manar, der sein Programm über Satellit in dutzende Länder weltweit verbreitet, propagiert eigentlich in fast jeder Sendung Antisemitismus.

Hier nur wenige Beispiele:

Im Oktober/November 2003 überträgt Al-Manar die 30-teilige antisemitische Serie „Al-shatat“ zur besten Sendezeit. In dieser Serie werden die bekanntesten antisemitischen Lügen aus den „Protokollen der Weisen von Zion“ verbreitet, wie z. B. dass angeblich „Juden die Weltherrschaft“ anstreben, dass angeblich „Juden christliche Kinder ermorden“ etc.(5) Al Manar übertrug am 29. November 2005 eine Diskussion aus der Universität in Beirut. Dort wurde der Nazi-Völkermord propagiert und selbst zu antisemitischen Pogromen aufgerufen. Al Manar ließ diese „Botschaft“ einen angeblichen Studenten verkünden: „Genau wie Hitler die Juden bekämpft hat – wir sind eine große islamische Nation des Jihad und auch wir sollten die Juden bekämpfen und sie verbrennen.“

Am 30.9.2005 kam Ahmad Rami zu Wort, ein antisemitischer Nazi-Anhänger und Holocaust-Leugner, der in Schweden das antisemitische Internet-Projekt „Radio-Islam“ betreibt. Rami ist eine wichtige Figur des internationalen Nazi-Netzwerks. Er verbreitet über Al Manar eigentlich in jedem seiner Sätze Antisemitismus. Ein Beispiel: „Das Judentum ist keine Religion. Das Judentum ist eine kriminelle und gefährliche Mafia.“(6)

Es ist völlig ausgeschlossen, dass Pirker, Leukefeld und Konsorten die antisemitische Grundlage der Hamas und Hisbollah nicht kennen.

(1) Zitiert nach: H. Baumgarten, Hamas – der politische Islam in Palästina, München 2006, S.224. (2) Ebenda, S. 211. (3) memri.org. Memri.org ist eine bürgerliche Organisation, die Fernsehsendungen aus dem Nahen Osten auswertet und u. a. besonders extrem antisemitische Positionen herausgreift, übersetzt und dokumentiert. (4) Ebenda. (5) Siehe www.adl.org, memri.org. (6) memri.org.

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