Nach jahrelangen internen Auseinandersetzungen hat es nun gekracht. Die Mehrheit der Redakteure der „jungen Welt“ (jW) hatte die Nase endgültig voll.
Die offene Unterstützung des reaktionären Regimes im Iran und der Hamas-Führung, die nur an Zensur erinnernde Ablehnung linker Kritiken an DGB-Fürsten und Lafontaine haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Letzteres hat zunächst intern, wie schriftlich mitgeteilt wurde, zu einem „handfesten Eklat“ geführt, der nicht ohne Folgen blieb und hiermit öffentlich gemacht wird.
Die Auseinandersetzung auch über die offene Bewunderung für Anhänger Breshnews und der Staatssicherheit der Ex-DDR und andere Fragen spielten eine bedeutende Rolle.
Dies wird nachfolgend in verschiedenen Artikeln dokumentiert.
Dabei geht es einerseits darum mit welchen demagogischen Tricks die „junge Welt“ bei der Unterdrückung von Kritik und ihr nicht in den Kram passender Positionen vorging, andererseits aber auch um die Frage, worin die Anziehungskraft der „jungen Welt“ dennoch lag.
Die Anziehungskraft der „jungen Welt“
Es ist wahr und unbestreitbar, dass die „junge Welt“ im Rahmen ihrer Konzeption verschiedenen Organisationen und kämpferischen Einzelpersonen Gelegenheit gibt, ihre An-sichten zu publizieren. Die „junge Welt“ hat es geschafft, als Tageszeitung ein Netz von Korrespondenten aufzubauen, die auch aus kleineren Orten über Aktionen gegen Nazis und Abschiebungen usw. berichten. Insofern ist es verständlich, dass viele Personen und Gruppen, die eigentlich unsere Kritik an der Unterstützung des Irans und der Hamas teilen, dennoch auf die jW als Multiplikator für ihre Ansichten und Aktionen nicht verzichten wollen. Hier existiert ein wirkliches Problem: Solange es nicht gelingt, eine wirklich linke eigenständige Tageszeitung als Bündnis demokratisch revolutionärer Kräfte zu schaffen, wird dieses Problem weiter bestehen. Dennoch oder gerade deswegen: die Kritik an der üblen Hetzpropaganda der „jungen Welt“ in ihren eigenständigen reaktionären Artikeln insbesondere zu Iran und Hamas darf deswegen nicht eingestellt, sondern muss verschärft werden.


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