Wütende Demonstranten, Brandsätze auf Polizeiautos, Generalstreik. Die Lage im Iran ist offen, das Regime schwankt. Ob die Reformer oder erneut die reaktionären Sittenwächter siegen werden, das ist zur Stunde nicht ausgemacht. Im Moment zumindest ist das auch nicht wichtig. Fast alles ist besser, als das bestehende Regime des religiösen Wahns, steht es doch für den Versuch, den einmal erreichten Stand der bürgerlichen Emanzipation zurückzunehmen. Die iranische Bevölkerung kämpft, und sie hat eine Welt zu gewinnen. Die weltpolitische Bedeutung des Konflikts ist klar. Ein Umsturz im Iran, noch dazu aus eigener Kraft der Bevölkerung, könnte im Nahen Osten Leuchtturmwirkung haben und den Einfluss der rechtsradikalen islamistischen Bewegungen zurückdrängen. Was wir gerade erleben, ist auch zugleich eine Revolte gegen die aggressive Außenpolitik des Präsidenten Ahmadinedschad, etwa mit seinen Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Wer heute und hier auf die Straße geht, um seine oder ihre Solidarität zu bekunden, hat dazu also allen Grund. Solidarität aber muss praktisch sein. Benennen wir also, wer hier in Deutschland dafür verantwortlich ist, daß das iranische Folterregime allzu lange auf allzu stabilem Grund gestanden hat und womöglich weiter stehen wird.
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