Ihr habt die Plakatserie „100 Jahre deutscher Imperialismus, 100 Jahre Raub und Mord“ gemacht. Könnt ihr das Projekt kurz vorstellen?
Georgi: Die Plakatserie mit 15 thematischen Plakaten, die es auch als Ausstellung gibt, entstand um das Jahr 2000. Zehn Jahre nach der Einverleibung der Ex-DDR hielten wir es für wichtig, den Blick auch auf den größeren Zusammenhang und unser eigentliches Problem hier in Deutschland zu lenken: die Existenz des deutschen Imperialismus seit zirka 100 Jahren. Wir wollten anhand gewichtiger Ereignisse aufzeigen, dass dies tatsächlich 100 Jahre Raub und Mord sind. Das erste Plakat zeigt, dass tatsächlich konterrevolutionäre Raub- und Mordaktionen schon am Beginn der Entstehung des deutschen Imperialismus standen. Die deutsche Soldateska raubte und mordete in China in sogenannten „Strafexpeditionen“ gegen die revolutionären Aufstände der Yihotuan-Bewegung („Boxeraufstände“) Zehntausende von Chinesinnen und Chinesen. Dies und all die anderen Verbrechen des deutschen Imperialismus zeigen, was wir auch auf das erste Plakat geschrieben haben: „Seit 100 Jahren steht fest, dass der deutsche Imperialismus vernichtet werden muss.“
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